Mittwoch, 22. Juni 2016

Annadress mit kleinen Booten



Guten Morgen! Das habe ich heute an, ein Annadress von by Hand London mit kleinen Segelbooten und dazu Jacke und Schuhe in blau. Das Bild ist von Instagram - ich gestehe, ich bin übergelaufen. Eine andere "Übergelaufene" nannte Instagram bloggen light und das stimmt. Seit dem Me Made May zeige ich dort ganz viele selbstgemachte Alltagsoutfits (und auch mal so Alltagseinblicke unter @allurescat), denn es geht superschnell morgens zwischendurch und viel Text ist auch nicht nötig. Zum schreiben fehelen mir sowieso Lust und Zeit - uns allen geht es gut, mein Baby ist ein Goldstück und die großen Geschwister machen ihre Sache sehr gut. Ausserdem arbeite ich ja auch und kämpfe mich durch den Alltag mit ordentlich viel Doppelbelastung - meistens mit guter Laune. Und zum Nähen komme ich auch! Im Moment arbeite ich an zwei "Businesskleidern", die wahrscheinlich auch nur ich so nennen würde, denn eins hat Matrosenstreifen...
Ich verlinke das hier mit dem MMM und würde mich über mehr Übergelaufene oder Teilzeit-Übergelaufene oder Doppelnutzer (man muss ja gar nicht entweder-oder) beim bloggen light freuen! Alles Liebe, Catherine

Donnerstag, 12. Mai 2016

12 von 12 im Mai

Heute Morgen habe ich gesehen, dass heute der 12. ist - und dass heute 12 von 12 ist. Ganz spontan habe ich mich entschieden, mal wieder mitzumachen, weil es heute ganz gut passte: Die großen Kinder waren bzw. eins ist noch ausgeflogen und ich hatte heute meinen wöchentlichen Homeofficetag. Es muss Jahre her sein, dass ich das letzte Mal dabei war! Update, ich habe nachgesehen, das war 2011!
 Kaffee zum Aufwachen. Die grossen Kinder haben außerhäusig genächtigt und der Tag beginnt ohne die übliche Hektik.



Morgentoilette ich.



Morgentoilette Baby.


MMMay im einfachen Sommerkleid nach einem 50er Originalschnitt aus der DDR. Den hat mir mal eine Leserin geschenkt.



Arbeiten...


 Schnell Mittagessen einkaufen, manchmal ist Innenstadt sehr praktisch, wenn die Wege ganz kurz sind.



 Mittagessen.



 Kleine Mittagspause.



 Mein Sandwichkind ist wieder Zuhause <3 So nett es mal in kleiner Besetzung ist - wenn wir alle zusammen sind, fühlt es sich doch kompletter und richtiger an. Frl. K. ist noch auf Klassenfahrt.




Im Café arbeiten während Herr B. schwimmen lernt.

Abendessen und Rezeptsuche. Bald habe ich Geburtstag und möchte schön kochen. Gerade hoch im Kurs ist Lammschulter mit Aprikosen, Tomaten und Lavendelreis, dazu vielleicht halbflüssige Schokoladenküchlein...

Genau, ein Bild fehlt. Das sieht ziemlich sicher nach weiterer Lesearbeit aus, ein bisschen muss noch sein wenn die Kinder schlafen.

Da ist es: 


Mehr 12 von 12 gibt es seit so langer Zeit immer noch bei Caro. Danke!


Dienstag, 10. Mai 2016

MMMay16 Woche1

Der folgende Artikel ist eine Kopie aus unserem Gemeinschaftsblog liebefreundinnen

Liebe Freundinnen,
jetzt möchte ich auch mal wieder dazu beitragen, dass unser Gemeinschaftsblog nicht verschlummert. Es ist Anfang Mai, es ist Wonnewetter, bald habe ich Geburtstag und außerdem ist Me Made May! Juli hat ja gefragt, wer mitmacht und voilá, ich bin dabei. Ich habe schon mindestens zwei Mal angefangen, beim MMMay mitzumachen, damals über die Flickr Group. Damit bin ich aber überhaupt nicht warm geworden. Seit einigen Monaten bin ich dank Julis Überzeugungskraft bei Instagram und finde es ziemlich toll. Ich folge dort ganz vielen amerikanischen Retrodamen und habe endlich mal wieder das Gefühl, inspiriert zu werden. Außerdem ist Instagram total benutzerfreundlich und niedrigschwellig und damit spontaner und auf eine nette Art belangloser als ein Blogpost. Entsprechend poste ich doch verblüffend viele Outfitfotos, auch viele Sachen, die es nie in den Blog geschafft haben.

Für den MMMay habe ich mir vorgenommen, an meinen Arbeitstagen Bilder zu posten und nach Lust und Laune auch am Wochenende. Seit etwas über 3 Wochen arbeite ich wieder und ich habe das Gefühl, nie weg gewesen zu sein. Das ist gut für die Arbeit aber manchmal für mich mit einem kleinen Tropfen Wermut versehen, denn so eine Auszeit kommt so schnell natürlich nicht wieder. Im Sommer habe ich aber noch mal einen Monat Elternzeit. Mein Mann geniesst die Zeit Zuhause aber um so mehr und das gönne ich ihm auch (außerdem weiss ich auch, dass mir Zuhause sehr schnell die Decke auf den Kopf fällt). Ich genieße dafür dann jede Minute, die ich mit meinen Kindern und speziell natürlich meinem Zauberbaby nach der Arbeit habe. Die kleine L. ist das netteste Baby, das man sich vorstellen kann, so kuschelig und schlafen kann sie schon wie eine Eins. Ich bin nach wie vor ganz aus dem Häuschen, dass sie jetzt da ist!

Zurück zum Thema, jedenfalls trage ich wieder Arbeitsklamotten, was je nach Terminlage mal ganz kreativ, aber auch mal ganz formell sein kann.  Meine Woche ab dem ersten Mai sah so aus:

Am 1. Mai war ich auf einer Konfirmation und trug ein Coat Dress aus dem Buch von Gertie Hirsch.


Dieses Kleid ist aus dunkelblauem Wollcrepe mit Tellerrock, das Tuch ist ein Vanilla Orchid.

 Hier mal schick in einem Kostüm, das Jackett ist ein McCalls Schnitt, dazu ein einfacher Tellerrock.

Zu einem wichtigen Arbeitstag trug ich eine Kombination aus einem Anna Dress und einem Bolero nach einem 50er Jahre Advance Schnittmuster aus pflaumenfarbener Wollgabardine. Man sieht an den Fotos, dass ich früh los musste, einmal an meinem Gesicht aber auch am Lichtmangel in der Wohnung.


Am langen Wochenende ging ich Pflanzen für den Balkon kaufen in einem Vogue-Jerseykleid.


Gestern trug ich ein Crepe von Colette Patterns aus einem Stoff von Fashion for Designers und dazu ein riesengroßes Shetland-Triangle.


Und heute habe ich wieder ein Anna Dress an mit einer gekauften Strickjacke von Noa Noa.


Ich hoffe, das Sommerwetter hält sich, mir ist nämlich eingefallen, dass ich im Keller noch eine Kiste mit Sommerkleidern vergessen habe, die könnte ich mal rauskramen.
Ganz liebe Grüße von eurer Cat

Donnerstag, 21. April 2016

Krabbeldecke aus 170 Teilen und Baby-Update


 Ganz ehrlich, ich kann es nicht glauben - mein letzter Post ist Wochen, viele Wochen her. Mein Vorsatz, regelmäßig und öfter zu posten ist im Trubel des Familienalltags (update weiter unten)untergegangen. Ich glaube, mir war seit Monaten nicht eine Sekunde langweilig. Es gibt so viele Sachen, die ich mit meiner guten Kamera schick in Szene setzen wollte, zum Beispiel diese Decke, auf die ich ganz stolz bin. Aber nun hat es doch nur für Handyfotos gereicht, sonst würde die arme Decke wohl unbeachtet bleiben.
Stolz bin ich aus zwei Gründen, einmal ist es ja so, dass ich keine sehr präzise Näherin bin. Aber bei dieser Decke habe ich mir wirklich Mühe gegeben. Und ausserdem ist es meine erster Quilt, bei dem die Rückseite komplett (!!!) faltenfrei ist. Die Stoffe stammen alle aus meiner Reste-Tüte, in der ich Baumwollstoffreste für Patchworkdecken sammle. Die Decke hat mich tatsächlich nicht einen Cent gekostet, ich habe nur vorhandenes Material verbraucht. Es ging schon sehr viel Material drauf, das sieht man am Ende gar nicht. Allein der weisse Stoff stammt von zwei Damast-Bettbezügen. Insgesamt habe ich über 170 kleine Dreiecke zugeschnitten. Die Maße entsprechen einer Kinder-Bettdecke, genau so eine von Ikea ist nämlich als Inlet im Quilt verarbeitet. Die Maße sind ca. 95x120.





Hier die faltenfreie Rückseite. Beim Quilten konnte sich meine Nähmaschine, die ja eigentlich auch eine Quiltmaschine ist, so richtig bewähren, mit Anschiebetisch, Obertransport und hoher Durchschlagskraft.



Und eines Tages mache ich dann auch richtig schöne Briefecken, aber der Tag ist noch nicht da...





Aus den Resten habe ich noch eine Wagendecke genäht.






Ich liebe diese Decken und quilten macht mir nach wie vor sehr viel Spaß. Eigentlich schade, dass man gar nicht so viele Quilts braucht...

Ja, noch ein kleines Babyupdate. Baby L. hat sich inzwischen verdoppelt und hat nun leicht gronkelhafte Züge angenommen, vor allem wenn man sie hoch hält (alle Drachenzähmen leicht gemacht Eltern wissen was ich meine...). Sie lacht und greift und schläft ziemlich gut. Was vor allem deshalb gut ist, weil ich gerade wieder angefangen habe, zu arbeiten. Übrigens nicht weil ich *muss*, sondern weil ich will. Ich habe eine 30 Stunden Woche und inzwischen eine Assistentin und so ist es ganz gut machbar. Oder besser gesagt, ich denke, dass ich eine sehr privilegierte Arbeitssituation habe, die zwar schon viel Engagement braucht, aber in der Familie nicht als Störfaktor angesehen wird. Heute habe ich z.B. homeoffice und leiste mir den Luxus, endlich mal wieder hier was zu schreiben. Mein Mann nimmt 12 Monate Elternzeit, wie schon bei Kind 1&2. Vielleicht schreib ich zu dem Thema auch noch mal mehr.  Uns gehts als neue, größere Familie richtig gut, ich freu mich darüber so sehr. Die großen Geschwister verhätscheln ihre kleine Schwester und sie dankt es mit ihrem freundlichen und entspannten Wesen. Selbst der große und von mir gefürchtete Wohnungsumbau hat sich als unerwartet positiv herausgestellt, denn obwohl ich mein Nähzimmer! aufgeben! musste!, ist die neue Lösung insgesamt für die Familie viel besser. Die größeren Kinder haben eigene Zimmer bekommen und mein Mann und ich teilen jetzt Arbeits- und Nähzimmer. Dadurch können sich jetzt alle besser zurückziehen und wir können die großen Kinder zwingen, ihren Scheiß ihre Spielsachen nicht über die gesamte Wohnfläche zu verstreuen. Genäht habe ich in meiner Elternzeit auch ganz viel, aber da kristallisiert sich gerade für mich Instagram als das leichtere Medium zum Fotos zeigen heraus. Das wird es leider den neuen Sachen noch viel schwerer machen, eines Tages hier im Blog zu landen...
Ich wünsche euch einen schönen Frühlingstag und bis bald!

Montag, 29. Februar 2016

Nähkontor Baby + Baby Update



Baby L. wird heute schon 8 Wochen alt! Ich kann kaum glauben, wie die Zeit fliegt, in  6 Wochen ist meine Elternzeit schon vorbei und mein Mann übernimmt. Als Familie sind wir so langsam in unserem neuen Alltag angekommen und ich bin wirklich überrascht, wie entspannt es mit dem dritten Kind ist. Wenn mich jemand fragt, wie sich so ein Nachzügler anfühlt kann ich bisher ganz ehrlich antworten, es fühlt sich an wie ein Bonbon: Süß und zum Genießen! Ich empfinde es als ganz besonders schön, mit der Erfahrung durch die beiden größeren Kinder zu wissen, dass alles seine Zeit hat, zum Beispiel die Schlaflosigkeit (...die es natürlich gibt! Örgs...), aber auch das ganz besonders Reizende an so einem kleinen Schätzchen. Beides geht vorbei, schneller, als man beim ersten Kind denkt. Ich bin wirklich dankbar, dass ich noch Mal ein kleines Kind habe und bin sehr froh, dass wir diesen Schritt zum dritten Kind gewagt haben - der offenbar doch immer unüblicher wird. In meiner Generation haben noch ganz viele Menschen zwei oder sogar mehr Geschwister, hier kenne ich nur ganz wenige Familien, die mehr als ein oder zwei Kinder haben. Ohne die Einführung des Elterngeldes wäre es bei uns wahrscheinlich auch bei zwei Kindern geblieben, politische Instrumente wirken eben manchmal doch ganz konkret.

Das Tollste überhaupt im Moment: sie lächelt. Allerdings fast nur bei ihrer grossen Schwester, ich finde das ein bisschen undankbar. Beide Geschwister haben auf die Ankunft der kleinen Schwester insgesamt zielich cool reagiert, ich hatte ein bisschen Statusrangelei erwartet.

Baby L. gedeiht im übrigen ganz prächtig und nimmt leichte Ähnlichkeit mit einer kleinen dicken Made an. Sie passt in ihre erste Garnitur kaum mehr hinein, weshalb ich in dieser Woche einen neuen Schwung Babysachen nähen werde. Jetzt weiss ich ja auch, was ihr steht - interessanterweise zum Beispiel grau. Höchste Zeit noch mal schnell die Erstlingsausstattung zu zeigen. Die Stoffe sind alle aus dem Nähkontor in Berlin, zB. der hummerrote Jersey und der wunderschöne bunte Frottee.






Donnerstag, 18. Februar 2016

Der After-Baby-Baby-Baby-Body und Buchbesprechung "Fettlogik überwinden"


Mag ich sehr, ess ich gerade aber nicht.

Ich schrieb ja bereits gestern, dass mich das Thema Abnehmen nach Schwangerschaft und Geburt beschäftigt. Danke für die netten Kommentare dazu! Ich habe mich gefreut, auch wenn die Kommentare eine Tendenz habe, die ich nicht ganz teile: Bloss keinen Stress machen! Prinzipiell stimme ich voll zu, was man mit einem Baby Zuhause wirklich WIRKLICH nicht braucht, ist Stress. Ich habe aber eher Stress damit, dass ich noch so dick bin. Zugleich empfinde ich die Reaktionen auf postschwangerschaftliche Unzufriedenheit oft ein bisschen reflexhaft: akzeptiere die Veränderung! Damit meine ich nicht spezifisch die Reaktion auf meinen Post von gestern, sondern eher das, was derzeit die erwartete soziale Reaktion ist. Schon klar, dass es sich dabei (auch) um eine lieb gemeinte Gegenposition zu dem Wahnsinn in den Boulevardmedien handelt, wo schwangere Körper zum öffentlich und gehässig kommentierbaren Allgemeingut werden.
Trotzdem habe ich manchmal das Gefühl, dass wenig gewonnen ist, wenn nur die "akzeptiere dich wie du bist" und "egal wie du bist, es reicht nicht!" Wege gangbar scheinen. Für mich war jedenfalls schon während der Schwangerschaft klar, dass ich diesmal nicht auf den plus 10kg kleben bleiben werde, die mir die zweite Schwangerschaft eingebracht hat, plus den Extrakilos von der letzten. Ich will nämlich nicht den After-Baby-Body, sondern genau genommen den After-Baby-Baby-Body! Dazu muss ich ein bisschen ausholen.
Mit Mitte 20 war ich schon einmal relativ übergewichtig. Ich schreibe bewusst relativ, weil es für mich deutlich zu viel war, ich aber mit leichtem Übergewicht und einem BMI von ungefähr 27 nicht in einem dramatischen Bereich war. Viel zugenommen hatte ich, weil ich mit dem eigenen Haushalt einfach aß, worauf ich am meisten Appetit hatte, also viel Kuchen zum Beispiel, es gab aber auch viele Rotweinabende mit Kommilitonen und leckere Süßigkeiten, die in meinem Elternhaus immer sehr rationiert waren. Damals habe ich innerhalb von einem Jahr auf einen BMI 21 abgenommen und das Gewicht über Jahre ohne größere Probleme gehalten. Selbst nach meiner ersten Schwangerschaft war ich nach einem halben Jahr und Weight Watchers online wieder auf diesem Gewicht. Schon in dieser ersten Schwangerschaft und mit einem idealen Ausgangsgewicht entwickelte ich eine Gestationsdiabetes, die ich über eine Ernährungsumstellung gut in den Griff bekam. Als meine Tochter zwei Jahre alt war, wurde ich wieder schwanger und starte wieder mit einem sehr guten Gewicht in die Schwangerschaft. Diesmal entgleiste mein Blutzucker massiv und sehr früh. Relativ schnell konnte ich die schlechten Werte nicht mehr durch eine Ernährungsumstellung in den Griff bekommen und musste mir selbst zu den Mahlzeiten und Nachts Insulin spritzen. In der Zeit nahm ich sehr stark zu, innerhalb weniger Wochen expoldierte ich geradezu, während ich zugleich natürlich weiterhin Diät halten musste. Das war keine besonders schöne Körpererfahrung. Aus dieser Schwangerschaft kam ich mit 15 kg mehr als zuvor und ungefähr 10kg bin ich nie wieder los geworden. Nach Baby Nummer 2 hatte ich also einen dauerhaften BMI an der oberen Grenze zum Übergewicht. Ich war damit dauerhaft unzufrieden und startete einige Versuche, diese "Insulinkilos", wie ich sie nannte, abzunehmen. Aus mehrern Gründen war ich erfolglos: Mein Leben mit zwei kleinen Kindern und Doktorarbeit in der Endphase war wenig diätkompatibel und das daran anschließende geregelte Arbeitsleben mit Kindern auch nicht. Aber vor allem gab es einen aus heutiger Perspektive entscheidenden Unterschied zu meiner erfolgreichen Abnahme mit Mitte 20: ich wusste mittlerweile einfach zu viel über Diäten und Ernährung. Durch die intensive Beschäftigung mit meiner Ernährung und die Ernährungsberatungen während meiner diabetischen Episoden einerseits und andererseits durch meine Versuche, einen guten Weg zum Abnehmen nach Baby Nr 2 zu finden verfügte ich über extrem viel und teils sehr widersprüchliches Ernährungswissen. Und je mehr ich wusste, desto undurchführbarer erschien mir mein Vorhaben, abzunehmen. Angefangen von "Frühstück ist ein MUSS" (ich hasse es, morgens zu essen), über den legendären Hungerstoffwechsel (bloss nicht dahin kommen, dann ist alles aus!), generell über den kaputten Stoffwechsel, low carb (das war mir natürlich sehr vertraut durch meine Vorgeschichte), nur nicht zu viel/zu wenig in xy Zeit abnehmen, bis zu dem Mantra "ohne Sport geht es gar nicht" - ich hatte den Eindruck, dass Abnehmen ein Wunderding ist und ich als berufstätige Mutter niemals in der Lage sein werde, all diese Regeln zu befolgen. Zum Beispiel viel Sport machen - wann denn? Dass ich schon mal erfolgreich abgenommen hatte, erschien mir nachträglich als absoluter Zufall (und wahrscheinlich hatte ich da noch voll den guten Stoffwechsel!)
In meine letzte Schwangerschaft startete ich bereits mit Übergewicht, weil ich nach der Totgeburt meiner kleinen Tochter 2014 einen ganzen Winter mit Süßigkeiten auf dem Sofa verbracht hatte - klassischer Kummerspeck. Ich versuchte in meiner 4. Schwangerschaft als Hochrisikoschwangere dann wenigstens die absehbare Gestationsdiabetes im Zaum zu halten und aß möglichst wenig Kohlenhydrathe. Mit dem mich und meine Ärzte verblüffenden Effekt, dass ich diesmal nicht insulinpflichtig wurde und auch erst recht spät mit der täglichen Blutzuckerkontrolle beginnen musste. Trotzdem war mir klar, dass ich aus der Schwangerschaft ganz sicher mit Übergewicht gehen würde. Da ich nicht stille war mir ausserdem schon früh klar, dass ich dann schnell etwas unternehmen möchte und nicht wie beim letzten Mal mehrere Jahre unzufrieden und erfolglos an meinem Gewicht rummäkeln will - und das auf einem noch höheren Gewichtslevel. Dabei spielt natürlich der gesundheitliche Aspekt eine Rolle: ich bin stark diabetesgefährdet und weiss genau, wie scheiße es ist, Diabetes zu haben. Mindestens genau so wichtig ist mir aber der optische Aspekt, ich mag mich so einfach nicht besonders.
Im Oktober stiess ich über twitter auf Erzählmirnix alias Nadja Hermann und dann auf ihren Fettlogik-Blog. Das e-book inhalierte ich an einem Abend und - supertoll!!! - plötzlich war mir klar, was ich machen muss und dass es keine Gründe gibt ("Hungerstoffwechsel" "nur mit viel Sport" "Frühstücken" "Veranlagung") die mich objektiv davon abhalten, mein Gewicht effektiv zu reduzieren. Ich empfehle das Buch absolut, ich spüre quasi missionarischen Eifer, so gut finde ich es. Die Autorin macht nämlich etwas, was ich sowieso liebe: Sie denkt selbst und zieht ihre eigenen Schlüsse. Sie hat alle mir bekannten Diätregeln und Mythen (bei ihr heisst das Fettlogiken) auseinandergenommen, sich in die entsprechenden Studien vertieft und eigene Schlüsse gezogen. Sie gibt auch keine Empfehlungen oder kennt den einen Zauberweg, sie entmystifiziert nur all die Regeln, die mir - und anscheinend endlos vielen anderen - im Weg standen. Eigentlich ist es nämlich ganz einfach, man muss ein Kaloriendefizit essen und nimmt ab. So wie ich es mit Mitte 20 eher intuitiv auch getan habe. Bei mir klappt es bestens, ich hatte aber auch tatsächlich keinerlei Zweifel mehr daran und habe nach der ersten Wochenbettzeit angefangen, mit fddb meine Kalorienbilanz zu tracken.
Noch mal zum Thema schnell abnehmen nach der Schwangerschaft - ich spreche nur für mich und meine Lebensumstände, aber mir tut es sehr sehr gut, mich im positiven Sinn anzustrengen um abzunehmen und nicht zu resignieren, wie nach dem 2. Kind. Weil es eben nicht unbedingt Stress sein muss, sondern auch selbstwertschätzend und selbstfürsorglich sein kann. Und wenn es mal nicht klappt, dann weiss ich, dass es an mir liegt und nicht an meinem Stoffwechsel, meiner Veranlagung oder ähnlichem - ich finde das sehr erleichternd.

Stella hat einen ganz tollen Text geschrieben, den empfehle ich auch! Wir haben ganz zufällig bemerkt, dass wir beide Fans sind :)

Mittwoch, 17. Februar 2016

Vorher-Nachher-Mantel (DIY Maternity)



Ich zeige heute einen Vorher-Nachher Mantel, den ich mir schon 2014 genäht habe, für eine Schwangerschaft im Winter. Ein Jahr später kam der Mantel dann glücklicherweise zum (Dauer-)Einsatz. Der Schnitt ist Vogue 1083 von 1953. Der Mantel hat eine ganz weite A-Linie und wird mit nur einem Knopf geschlossen. Mir ist das aber zu kalt und zu sackig, deshalb trage ich den Mantel mit Gürtel. Der Stoff kommt von Julia, die für mich bei einem Sonderverkauf shoppen war und er ist ein wahrer Streichelstoff, ganz hochwertig und weich.  Der Mantel hat mir in der Schwangerschaft sehr gute Dienste geleistet und ich trage ihn jetzt immer noch gerne und häufig. Durch die breiten Ärmelaufschläge und zusammen mit Brosche und Gürtel ist er genau in dem leichten Maß overdressed, in dem ich mich wohlfühle. Auf Instagram versuche ich mich gerade an einer Dokumentation meiner ganz normalen Alltagsoutfits, die ja sehr oft retro-inspiriert sind. Ich will damit zeigen, dass sich Retrokleidung wirklich gut auf alltäglicher Basis tragen lässt ohne dass es gleich verkleidet aussieht.




Hier die Bilder von heute.


 Zu meiner großen Freude passt mir auch wieder das Lieblingskleid aus dem letzten Winter nach dem Schnitt Vogue 8615. Das ist kein Retroschnitt, aber durch den Tellerrock sieht es ein bisschen so aus. Das Kleid ist ein krasser Figurschmeichler, eigentlich habe ich noch ordentlich viele Babypfunde auf den Hüften. Zum Thema After-Baby-Body versuche ich demnächst noch mal was zu schreiben, das beschäftigt mich gerade. 
Über dem Kleid trage ich einen Bolero aus Viskosejersey, den Schnitt habe ich von einem gekauften Bolero minderwertiger Qualität abgenommen. Der Stoff ist von Buttinette, ich weiss gar nicht, ob es den noch gibt. Er war sehr günstig und ist wirklich toll, ein bisschen elastisch und ich liebe das Muster und die Farben.




Verlinkt zum MMM mit noch mehr DIY-Maternity :)